Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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in einem ſcheußlichen Verließ unter Kröten und Todten⸗ beinen dann ward ich frei frei durch meine Braut, die meine Freiheit mit ihrer Ehre erkauft hatte. Jetzt ſollte ich ſie ungehindert heimführen ſo beſiegelte man die furchtbare Unbill mit gräulichem Hohn; ſtumm und finſter reichte ich der armen Nina meine Hand und führte ſie aus der Burg in das Haus ihres Vaters, dann floh ich in das Gebirge, in die Wälder, meinen Grimm zu überwinden. Als ich nach manchem Tage mein gebleich⸗ tes und verwildertes Geſicht wieder im Spiegel der kla⸗ ren Neſcharka ſah, erfuhr ich, daß in denſelben Fluthen Nina den Tod geſucht und gefunden. Mir war das Le⸗ ben fortan eine Laſt, und weil gerade König Otakar ſein Volk zum Kreuzzug wider die Preußen aufrief, ſtellte ich mich unter die Fahnen des Königs, in der Hoffnung, im Kampfe für unſern heiligen Glauben den Tod zu fin⸗ den. Ich fand ihn nicht. Nach Böhmen zurückgekehrt, blieb ich in dem Dienſte des Königs, der mich zu ſeinem Burgvvigt auf dem Hradſchin machte.

Hier ſchwieg der Erzähler. Seine Stimme war immer weicher geworden und aus ſeinen Zügen alle Härte gewichen. Libusa war von ſeiner Geſchichte zu Thränen gerührt. Eben wollte ſie ihrer tiefen Theilnahme Worte geben, als Porzincula eintrat und ihrem Bruder mel⸗ dete, der Scharfrichter von Prag ſtehe vor der Thür und begehre mit ihm zu ſprechen.