Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

heute das gefangene Fräulein von Mahrenberg der Haft entlaſſen und zugleich befohlen, daß Herr Zäwis von Falkenſtein in ſeinem Gefängniß ritterlich gehalten werde. In der Stunde des Abſchieds von ihm, wo ſein Herz weicher geſtimmt ſein wird, will ich für ſeine Frei⸗ heit bitten, und ich hoffe mit dem königlichen Befehl hier⸗ her zurückzukehren, daß Herr Zäwis ſeiner Haft zu ent⸗ laſſen ſei. Ich erwarte dann von Dir, daß Du jeder Ver⸗ ſuchung und Lockung, Dich auf's neue mit ihm ein⸗ zulaſſen, ſtandhaft widerſtehen wirſt. Sonſt könnte es mir um Deinetwillen nur leid thun, mich für ihn verwendet zu haben.

Libusa fand für gut, nichts hierauf zu erwidern, ſondern der in Bezug auf den Zuſtand ihres Herzens ſich ſo ſehr irrenden Gebieterin bloß mit Wärme die Hand zu küßen.

In der That hatte König Otakar Ludmila von Mahrenberg unter der Bedingung, daß ſie augenblicklich das Land verlaſſe, begnadigt und auf die vereinten Vor⸗ ſtellungen des oberſten Kanzlers und ſeiner Gemahlin eine Milderung der Haft Zäwis' von Falkenſtein an⸗ geordnet. Unglücklicherweiſe aber kam faſt in demſelben Augenblick, als die Königin dies Libusa mittheilte, von ſeinem Burghauptmann auf Budweis ein Bote mit der Meldung, daß die Nachricht von der Verhaſthng Zäwis'