Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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liebe Thierchen den räuberiſchen Katzen ganz zu entrücken und es in ſichere Hände zu bringen, die es ſchützten und pflegten; gewiß aber könne es wohl in keine beſſern Hände kommen, als in die Hände von Jungfer Por⸗ zincula.

Jungfer Porzincula kannte den Virgiliſchen Vers: Ich traue keinem Danaer, auch wenn er Geſchenke bringt, ſicher nicht; aber ſie traute dem, ihr ein ſo ſchö⸗ nes Geſchenk gleichwohl umſonſt bietenden Mädchen nicht viel Gutes zu. Ihr wäre es natürlicher geweſen, daß die Beſitzerin des gelehrten Dompfaffen lieber alle Katzen vergiftet hätte, als daß ſie ihn weggab. Aber Libusa's freundliche, herzgewinnende Rede und mehr noch die edlen Eigenſchaften des einer genauen Prüfung unterworfenen Domfpfaffen beſiegten endlich das Mißtrauen. Mit gro⸗ ßer Behutſamkeit pflegte ſie die neue Bekanntſchaft, und es ſtellte ſich allmälig eine gewiſſe Vertraulichkeit zwiſchen den beiden, an Alter und Art ſo verſchiedenen Frauen her. Porzincula meinte, das liebe junge Mädchen müſſe es ihr angethan habe, weil ſie ſelbſt an ihren Vögeln keine rechte Freude mehr fand, wenn ſie mit ihm im Laufe eines Tages nicht ein Stündchen plaudern konnte. Porzineula hatte ſolche Plauderſtündchen in eine Zeit verlegt, wo ihr ungeſelliger Bruder im Dienſt war, ſo daß Libusa nicht mit ihm zuſammentreffen konnte. Nach