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chres Vaters vernommen, der damit ihrer„thörichten Neigung“ den Todesſtoß zu verſetzen meinte. Er hatte ſich aber ſehr geirrt. So heftig ſie die Nachricht ergriff, ſo wenig vermochte ſie den Glauben an den Geliebten zu erſchüttern.„Hier waltet entweder ein Irrthum oder ein tückiſches Spiel ob,“ erklärte ſie;„denn ſo wenig die Sonne jemals Finſterniß ausſtrömen kann, ſo wenig iſt Zäwis von Falkenſtein ſolch eines Verbrechens fähig!“
In ihrer ſtillen Kammer lag ſie täglich ſtunden⸗ lang auf ihren Knieen und betete zu Gott, daß er den Gefangenen in ſeine Hut nehmen und ſeine Unſchuld an's Licht bringen wolle. Aber damit begnügte ſie ſich nicht; ſie forſchte nach, wie es um ſeine Sache ſtand, wie er gehalten ward; ſie ſuchte in Vrbindung mit dem Burg⸗ voigt zu kommen, dem die Gefangenen anvertraut waren; ſie war entſchloſſen kein Mittel unverſucht zu laſſen, um in den Kerker zu gelangen, ihrem Theuren Troſt und Erquickung zu bringen— oder vielmehr an ſeinem er⸗ habenen Muthe ihre eigene ſchwache Kraft zu ſtärken, wie ſie bei ſich ſagte.
Aber es ward ihr nicht leicht, ihr Ziel zu erreichen. Der Burgvoigt war ein finſterer, unzugänglicher Mann, der noch dazu den Adel bitter haßte, der in einer pein⸗ lichen Ausübung ſeines Kerkermeiſteramtes an ſo hohen Perſonen, wie ihm jetzt anvertraut waren, eine Genug⸗


