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wenn Zäwis nicht ſchuldfrei aus der Unterſuchung her⸗ vorging, die, das wußte ſie, von Diepold von Rieſenberg mit aller nur wöglichen Strenge geführt werden würde. Denn ſowohl dieſer, als die zwölf Kmeten waren dem König ergebene Gegner der Witkowetze.
Es lag indeſſen nicht in der ziemlich ſanguiniſchen Natur der ſchönen Königin, ſich allzulange und zu tief in Gram und Sorgen zu verlieren, wenn noch ein Schim⸗ mer von Hoffnung vorhanden war, daß Alles gut enden könne. Es bedurfte jetzt nur des Erſcheinens ihrer Kinder, der elfjährigen Prinzeſſin Kunigunde mit der ſieben⸗ jährigen Agnes und dem fünfjährigen Prinzen Wenzel, um ſie auf ganz andere Gedanken zu bringen und ihre Betrübniß in das Gegentheil zu verkehren. Sie umarmte und küßte die beiden Mädchen nach der Reihe, und nahm dann den kleinen Erben der Krone Böhmen auf ihren Schooß, ihn mit Liebkoſungen faſt erſtickend. Gern gab ſie dann den Bitten ihrer Töchter nach, zur Laute zu fingen. Sie ſang mit ihrer glockenreinen Stimme zu der trefflich geſpielten Laute ein heiteres Lied Zäwis' von Falkenſtein.
Weit ernſter als die königliche Sängerin war ihre Dienerin Libusa um das Schickſal des gefangenen Freundes bekümmert. Sie hatte die Nachricht von ſeiner Verhaftung gleich am andern Morgen aus dem Munde


