Großmuth gewiß ſein. Indeß ward die Freude, die der König über Boreſch's Unterwerfung empfand, überwogen von dem Schmerz, den ihm die erſte Meldung verurſachte. Der Freund, den er ſich einſt als großmüthiger Sieger gewonnen, ſollte ſich vor dem Kaiſer, dem er ſo lange mit ihm und ihm zu Liebe Trotz geboten, gedemüthigt und dadurch von der Acht, in die ſie miteinander ver⸗ fallen waren, losgekauft haben? War dies der Fall, dann hatte er, der König, in dem Bundesgenoſſen den ſichern Hüter des Donaupaſſes verloren, dann war dieſer offen für den kaiſerlichen Feind. Nun erklärte ſich die Schwen⸗ kung, die derſelbe gemacht; nicht um an irgend einem Punkte in Böhmen einzudringen, ſondern um in das unvertheidigte Donauthal einzufallen, wo ihm der Erz⸗ biſchof von Salzburg den Weg bereitete, zog er mit ſeiner Hauptmacht längs des Böhmerwaldes hin.
Mit ſeinem Feldherrnblick erkannte Otakar ſofort den ganzen Plan des Feindes. Er hielt ſich nicht lange bei dem Schmerz über den Abfall Heinrich's von Baiern auf, ſondern überlegte ſchnell, was nun zu thun, und ertheilte ſeinem Feldherrn den ſchriftlichen Befehl, Ja⸗ roslaw von Sternberg, den Sohn des Mongolenſiegers, mit 1500 Mann, und Boreſch von Rieſenburg mit ſeinem Haufen dem Pfalzgrafen entgegenzuwerfen; er ſelbſt aber ſolle mit der ganzen übrigen Macht unverzüg⸗


