Teil eines Werkes 
2. Band (1860)
Entstehung
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des Gerüchtes. Darum alſo die Schwenkung des Kaiſers gegen Amberg, um unbeläſtigt von Baiern an einer Stelle in Böhmen einzufallen, die er ungeſchützt weiß. Aber er ſoll uns bereit finden, ihn mit blutigem Schädel zurückzuſchlagen, aus ihm und ſeinem Kriegsvolk einen Fraß für die Geier und Adler des Böhmerwaldes zu machen.

In meinem erſten Schreiben vergaß ich Ew. Hoheit zu melden, daß heute früh Herr Boreſch von Rieſenburg mit 200 Reitern und 300 Mann Fußvolk ſich mir zur Verfügung geſtellt hat, um für Ew. Hoheit zu fechten und ſich Eure Verſöhnung zu verdienen. Er beklagte, daß er habe erfahren müſſen, wie ſich zwei ſeiner Vettern in eine hochverrätheriſche Unternehmung eingelaſſen, und ſicherte dafür deſto größere Ergebenheit der übrigen Glieder ſeines Geſchlechtes zu. Ich empfehle den tapfern Degen, der noch in der elften Stunde zu ſeiner Pflicht zurückkehrt, der Gnade Eurer Hoheit.

So überraſchend die letzte Meldung für den König war, ja ſo unglaublich ſie klang, wenn man erwog, wie lange Boreſch von Rieſenburg ſchon mit König Otakar in Feindſchaft lebte, ſo nahm dieſer ſie doch mit ſichtbarer Genugthuung auf. In ſeinen Augen ſtand Unterwerfung eines Czechen höher als jedes Verdienſt, und wer ſich, wahr oder ſcheinbar, ihm unterwarf, der durfte ſeiner