15
„Darin hat er Recht,“ erklärte der König;„es iſt auch gar nicht meine Meinung, ihn dem Spruch der Kmeten zu entziehen, ebenſo wenig wie ſeine Mitſchul⸗ digen; aber die Unterſuchung muß ich in eine Hand, in eine ganz zuverläſſige legen. Hat man noch gar nichts über Boreſch von Rieſenburg erfahren?“
„Nach allen angeſtellten Nachforſchungen,“ antwor⸗ tete Diepold von Rieſenberg,„iſt er ſchon einige Tage vor Aufhebung der Verſchwörer von Prag abgereiſt.“
„Und doch gehört er ſicher zu ihnen,“ ſagte der Kö⸗ nig;„er iſt, wenn auch nicht mein gefährlichſter, ſo doch mein älteſter Feind; er wird es mir nie vergeſſen, daß ich ihm zu fühlen gab, wie der Kerker thut.“
In dieſem Augenblicke ward ein zweiter Eilbote aus dem Lager von Tepl gemeldet. Der König befahl ihn hereinzuführen und nahm folgendes Schreiben ſeines Feldoberſten in Empfang:
„Mit tiefem Schmerz ſende ich meinem, vor einer Stunde abgegangenen Boten einen andern nach. Aus Baiern erhalte ich ſo eben die leider nur allzu zuverläſſige Hiobspoſt, daß Herzog Heinrich ſich dem Kaiſer gebeugt hat und von dieſem aus der Acht entlaſſen iſt. Schon vor einer Woche vernahm ich ein Gerücht von des Herzogs Unterwerfung; ich ſandte daher ein paar getreue Prieſter auf Kundſchaft aus, dieſe bringen mir die Beſtätigung


