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und dem Pfalzgrafen Herrn Jaroslaw von Sternberg mit 3000 Mann entgegenſtellen ſoll?“
Der König ging einigemale im Zimmer auf und ab, dann ſetzte er ſich und ſchrieb an den Biſchof:
„Hochwürdiger, Lieber, Getreuer! Ich hatte gehofft, Ihr würdet mich an die Spitze meines Heeres rufen zu einer entſcheidenden Action, ſtatt deſſen meldet Ihr mir eine Zögerung. Ich begreife nicht, warum der Habsbur⸗ ger ſeine Macht theilte. Sollte er leichter mit unſerm Freund und Bundesgenoſſen Heinrich von Baiern fertig zu werden meinen, als mit uns Böhmen? Sollte er, auf den verrätheriſchen und ränkevollen Erzbiſchof von Salz⸗ burg bauend, den Sieg an der Donau für gewiſſer halten als an der Eger? Wir müſſen hinter die Abſicht dieſer Schwenkung zu kommen ſuchen— ſcheut kein Opfer für zuverläſſige und ſchnelle Kundſchaft. Gebt Jaroslaw von Sternberg nur 2000 Mann, ſo viel Böhmen unter ei⸗ nem ſolchen Degen genügen gegen 3000 Deutſche unter einem Pfalzgrafen Ludwig. Ihr zieht gen Taus. Sendet mir bald gute Nachricht— ich ſehne mich nach dem Tanz. Euer Otakar.“
Als der Bote mit dieſem Schreiben abgefertigt war, fiel Herzog Nikolaus dem König zu Füßen und bat ihn, die Verbannung nach Troppau in eine Verbannung zum Heere zu verwandeln. Er könne die Schmach nicht


