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Jetzt bitte ihm die Verletzung des Friedens und der Ehre ſeines Hauſes ab und ſchwöre, wie ich Dir geboten!“
Widerſtrebend gehorchte der Herzog, um den Aus⸗ bruch des Zorngewitters zu verhüten, das er auf der Stirn des Königs drohend heraufziehen ſah.
Dalemil konnte abtreten. Den Herzog bedeutete der König noch unter vier Augen, daß er bei Sonnen⸗ aufgang morgen die Stadt zu verlaſſen und bis dahin bei ſchwerer Strafe ſich jeden Verſuches, mit der Tochter Dalemil's zuſammenzukommen, zu enthalten habe. Ehe er noch ausgeredet, trat ein Diener ein und meldete die Ankunft eines Boten aus dem Lager bei Tepl. Der König ließ dieſen eintreten, ohne den Herzog zu entlaſſen.
Der Bote überreichte ein Schreiben des Feldherrn⸗ Biſchofs Bruno von Olmütz des Inhaltes:
„So eben erhalte ich durch ſichere Kundſchafter die überraſchende Botſchaft, daß der Kaiſer, der gegen Eger heranzog, ſich plötzlich mit ſeiner Hauptmacht gegen Am⸗ berg gewendet und den Pfalzgrafen Ludwig nur mit 3000 Mann in der Gegend von Waldſaſſen ſtehen gelaſſen. Eurer Hoheit Truppen brennen vor Begierde, ſich für Dero gutes Recht zu ſchlagen; aber es ſcheint nun, als müßten ſie noch länger auf dieſe Genugthuung harren. Ich erwarte Eurer Hoheit Befehl, ob ich mit der Haupt⸗ macht der Truppen mich mehr gegen Taus hinwerfen
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