Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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nahe Pferdetritte aufgeſchreckt wurden. Sie ſahen ſich um, und erblickten eine hohe Dame auf ſchneeweißem Zelter im Geleite eines Ritters und zweier Edelknaben dahergeritten kommend.

Die Königin! rief Libusa halblaut, ſich an Zäwis ſchmiegend.

Sein Geſicht erglühte.Schnell flüchte in's Haus! bat er dringend,die Königin kennt mich!

Libusa gehorchte. Zäwis erwartete in einiger Ver⸗ legenheit die Herankunft der Königin aber etwa zwanzig Schritte von ihm machte ſie plötzlich Halt, warf ihm einen zornigen Blick zu, kehrte um und ritt ſchnell wieder, woher ſie gekommen. Zäwis athmete leichter auf; er hatte ge⸗ fürchtet, ſie werde hier abſteigen, mit ihm ſprechen, ihn wohl gar über die zärtliche Scene, in der ſie ihn getroffen, zur Rede ſetzen davor war er nun ſicher. Aber was hatte der zornige Blick zu bedeuten, den ſie ihm zuwarf? Etwa gar Eiferſucht? Zäwis verwarf dieſen Gedanken und nahm ſich vor, ſich nicht weiter um die Königin zu küm⸗ mern. Er rief Libusa herbei, nahm nochmals zärtlich Ab⸗ ſchied, und ging dann langſam auf einem Umwege nach der Stadt zurück. Erſt eine halbe Stunde ſpäter ließ ſich Libuba von ihrer Verwandten bis an das Thor führen.

Den folgenden Tag erſchien ein Diener der Königin in der Fiſcherhütte bei der alten Babet und erkundigte