Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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ſich, wer das Liebespaar geweſen, welches geſtern Nach⸗ mittag ſich in ihrem Garten befunden. Sie that anfangs, als wiſſe ſie gar nichts davon; doch als der Bote ſich als Beauftragter der Königin auswies und ihr mit deren Un⸗ gnade drohte, wenn ſie die Wahrheit verſchwiege, da be⸗ kannte die Frau:Den Herrn weiß ich nicht zu nennen, aber das Mädchen iſt meine Nichte, die ihn mir als ihren Bräutigam vorgeſtellt hat. Ich glaube auch, daß er das iſt; denn meine Nichte Libusa iſt ein tugendſames Mäd⸗ chen, das ſich nicht auf falſchen Weg verirren wird. Der Bote fragte nun noch nach dem Vater des Mädchens, und als ſie dieſen genannt, ging er ſeiner Wege. Es war nicht die Sorge um die Ehre und das Glück ſeines Kindes allein, was Dalemil gegen Libusa's Neigung zu Zäwis einnahm, ſondern mehr noch ein fin⸗ ſteres Gerücht, das ſeit Kurzem in den bürgerlichen Krei⸗ ſen Prags umlief. Daſſelbe betraf eine Verſchwörung, welche der mißvergnügte Adel gegen den König angeſtiftet haben ſollte. Man brachte die große Zahl der gerade jetzt in Prag anweſenden Barone mit dieſer Verſchwörung in Zuſammenhang und ſprach von zahlloſen Bewaffneten, welche dieſelben in Prag und ſeinen nächſten Umgebungen verſteckt hielten. Da man die Witkowetze allgemein zu den Feinden des Königs zählte, und von der Audienz, welche Zäwis von Falkenſtein beim König gehabt, eine dunkle