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ſie ihren Gefinnungsgenoſſen Boreſch von Rieſenburg ge⸗ troffen, der ſie veranlaßte, ihm nach Prag zu folgen, wo ſich in Kurzem Manches zutragen mußte, was für ihre Zwecke von Wichtigkeit war.
So war ſie denn nun mitten im Lager ihres Todfeindes, wo ſie ein neues Feld für ihre Umtriebe zu finden hoffte. Von Zäwis hielt ſie ſich fern, denn ſie fühlte vor ihm eine unüberwindliche, an Haß grenzende Scheu. Auch Scarlatti ſcheute ſich, ſeinem Gönner wieder unter die Augen zu treten, obſchon er oft Augen⸗ blicke hatte, in welchen er kereute, ihn verlaſſen zu haben.
Als Boreſch von Rieſenburg das erſtemal wieder mit Zäwis zuſammen kam, ſollte dieſer ihm über den Erfolg ſeiner Sendung an den König berichten. Zäwis gab ihm die ausweichende Antwort, daß dieſer Erfolg noch in der Schwebe hänge, er aber hoffe, daß ſich Alles
noch gut geſtalten werde. Boreſch machte ein ſpöttiſches
Geſicht und bemerkte:„Der größte Schelm ſteckt in einem König, der Euch mit Hoffnungen füttert, wo Ihr Thaten verlangt. Ich theile Eure Hoffnung nicht, Herr Zäwis; der König hält Euch nur hin, um Euch am Handeln zur rechten Zeit zu hindern, wenn er nichts Schlimmeres im Schilde führt. Offen geſagt, ich habe nicht Luſt, länger auf den Ausgang Eurer Sendung zu
1860. XVIII. Zäwis von Roſenberg. I. 14


