Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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mühte, ſie von ihren Rachegedanken abzuziehen. Unzufrie⸗ den mit ihm war ſie von Budweis weiter gezogen. Unterwegs aber war auf einmal der Schenk von Emer⸗ berg zu ihnen geſtoßen. Er hatte ihr, unbekümmert um Scarlatti, ſeine Ritterdienſte angeboten, Ludmila war unſchlüſſig geweſen ein Kampf zwiſchen ihrer Liebe zu Scarlatti und der Hoffnung, die ſie auf Berchtold ſetzte, war entſtanden zuletzt hatte ſie erklärt:Eine Dame in meiner Lage muß für ein ſolches Anerbieten dankbar ſein, mehr als eine andere meiner Schweſtern bedarf ich des Schutzes und der Hilfe tapferer Arme, ich nehme Euren ritterlichen Beiſtand an, Herr Schenk.

Scarlatti hatte dies mit dem Tod im Herzen ver⸗ nommen; er hatte im erſten Augenblick ſich von dem Weibe, das ihn doch niemals beglücken konnte, losmachen wollen aber ein freundlicher, ermuthigender Blick, ein verſtohlener Druck der Hand hatte ihn bewogen, zu bleiben. Vielleicht konnte er doch einen heilſamen Einfluß auf ſie üben, vielleicht beſiegte er gerade durch ſeine treue Liebe ihren Dämon. So war er geblieben, und Ludmila hatte beide Nebenbuhler ſo zu behandeln verſtanden, daß keiner ſich über eine Bevorzugung des andern durch eine Gunſt beklagen konnte. So waren ſie ihr nach Wittin⸗ gau, wo ſie ſich mit ihrem Diener vereinigt, und von da im Geleite Sezema's nach Lomnitz gefolgt; dort hatte