26
Hand der Braut davon. Der Sohn ſieht ihm ſehr ähnlich, und wenn er ſeinem Vater an Tapferkeit und ritterlicher Kunſt gleicht, iſt er ein gefährlicher Feind.“
Das Auge der Dame hing unverwandt an dem Geſichte des Gefangenen, und es war, als ob ſich der ſtrenge Ausdruck ihrer Mienen bald ſänftigte, bald ſchärfte. Auf einmal wandte er ſein Geſicht nach ihr und ſeine Blicke begegneten den ihrigen. Einen Augenblick ſchien er faſt verwirrt, doch dann ſah er ihr keck und feſt in die Augen, die ihn durchbohren oder verſengen zu wollen ſchienen, und wie ſie endlich, halb unwillig, halb verſchämt, von ihm wegſah, haftete ſich ſein Blick feſt an die blendende Erſcheinung.
Nach einer Weile trat Beneſch ein und mit der Meldung vor Sezema:„Draußen im Hof traf ich drei reiſende Kaufleute, die vor einer Stunde aus dem Reiche hier angekommen ſind und die Nachricht mitgebracht haben, daß der Baiernherzog von König Otakar ab⸗ gefallen und zu dem deutſchen König übergegangen ſei. So ſei nunmehr das ganze Reich wider Böhmen, und ungeheuer ſeien die Rüſtungen, die gemacht würden, um den ſtolzen Böhmenkönig zu demüthigen.“
„Endlich!“ rief der ältere Ritter in Sezema's Be⸗ gleitung;„ſo wäre nun auch der letzte und treueſte Bun⸗


