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macht mich begierig das Ganze zu kennen, zumal es ei⸗ nen ſo erlauchten Dichter hat.“
„Wenn Ihr es wünſcht, ſo wiederhole ich es,“ er⸗ klärte Sezema, und er ſagte das Lied laut und lang⸗ ſam her.
„Köſtlich— herrlich!“ rief die aufmerkſame Zuhö⸗ rerin bei mehreren Stellen des Gedichtes, und am Schluß ſagte ſie:„Hätte mich nicht ſchon Alles, was ich von Eurem Bruder vernommen, begierig nach ſeiner Bekannt⸗ ſchaft gemacht, ſo müßte ich es durch dieſes Gedicht wer⸗ den, das die innigſte Vaterlandsliebe athmet.“
„Das Schönſte an dem Gedichte iſt wohl ſeine Wahr⸗ heit,“ ſagte Sezema;„wenn Ihr unſer Böhmen näher werdet kennen lernen, edles Fräulein, ſo werdet Ihr fin⸗ den, daß in dem Gedichte keine einzige poetiſche Ueber⸗ treibung iſt.“
„Ihr vergeßt, daß meine Mutter eine Tochter die⸗ ſes Landes war,“ verſetzte die Dame,„und daß ich den Ruhm ſeiner Herrlichkeit mit der Muttermilch eingeſogen habe; ich bin daher von der Wahrheit des Gedichtes ſchon vollkommen überzeugt.“
Man war jetzt bis nahe vor das Thor von Bud⸗ weis gekommen, zu welchem eine Zugbrücke über die Malſch führte, die ſich dort mit der Moldau vereinigt. Die Brücke war aufgezogen und das Thor geſchloſſen.


