Teil eines Werkes 
1. Band (1860)
Entstehung
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ſonſt müſſen alle Zweige des Adels unter dem Drucke dieſer eiſernen Hand verderben. Ihr edlen Herren, wenn ihr nicht gewitzigt ſeid durch Eure eigenen Erfahrungen, ſo denket an das Geſchick meines trefflichen Vaters.

Bei dieſen Worten perlte eine Thräne über die ſei⸗ dene Wimper der Sprecherin und milderte den herben Ausdruck ihres Geſichtes, ſo daß derſelbe mehr ein tie⸗ fes Herzeleid verrieth. Dann aber war es, als ſchäme ſie ſich ihrer Thräne; ihr Geſicht nahm den alten Aus⸗ druck wieder an und mit dem Rufe:Vorwärts, ihr Herren, daß wir an's Ziel kommen! trieb ſie ihr Roß zur Weiterreiſe an.

Der Zug ging weiter, die Dame mit den Rittern in düſterem Schweigen; aber auf das Gefolge wirkte die Schönheit der Scenerie, insbeſondere der Anblick der goldenen Moldau ſo belebend, daß ſie laut den Geſang anſtimmten:

Wo iſt des Czechen Vaterland?

Wo hoch im Waldgebirg die Moldau quillt Und über Felſen ihre Wogen wild

In fruchtbelad'ne, grüne Thäler ſendet

Und Segen hier und Segen allwärts ſpendet. Stolz ragt die Burg an ihrem Felſenſtrand, Das Kirchlein weiſt in's ew'ge Heimathland; Viel Dörfer netzt die Fluth und manche Stadt, Das heil'ge Prag, den mächt'gen Wyöehrad,