unſerer Urſprache. XxIx
it nirgends Volkſprache, ſondern das Edelſte, Schoͤn⸗ ſte aus allen deutſchen Volksſprachen, und darum ein wahres Gemeingut der ganzen deutſchen Nation. Wer nichte weiter als ein Schwabe, Rheinlaͤnder, Weſtphale, Nie⸗ derſachſe ze. ſeyn will, der braucht guch nur die Sprache ſei⸗ nes Volkſtammes zu kennen; wer aber ein Deutſcher ſeyn will, muß auch die allgemeine Sprache der Deut⸗ ſchen, wie ſeine Sprache, reden konnen.
Ihr moͤget immer die Sprache eurer Landſchaft auch re⸗ den koͤnnen, ſo wie wirklich der gebildete Niederſachſe und Weſtphale mit dem Tagloͤhner und Bauer niederſächſiſch und weſtphaͤliſch, mit dem Gebildeten aber reines Deutſch ſpricht. Im Franzoͤſiſchen verlachet ihr die, welche die Ausſprache ver⸗ derben und vernachlaͤßigen. Bewetſet denn einmal euern Eifer fuͤr Reinheit der deutſchen Sprache, daß ihr es euch nicht er⸗ laubet, an dem Gemeingut aller Deutſchen irgend etwas zu verderben.*)
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Wuͤrdigung der erneuten Verſuche, die deutſche Sprache von fremden Woͤrtern zu reinigen.**)
„Rühmlicher iſ kein Unmuth, als der, welcher ohne Ehrſucht und Par⸗ tei, gleichgüttig, wie er auch beurtheilt werde, für den Ruhm ſeiſes Volkes, für Förderung der Wiſſenſchaft, für Freiheit des Gebrau hes aller Seelenkräfte, fur ächte Kunſt und das Werkzeug aller Seelen⸗ kräfte die Sprache zürnet.“ Herder.
Wenn je ein Volk urſache hatte, auf ſeine Sprache ſtolz zu ſeyn, ſo iſt es gewiß das deutſche. Denn wo iſt in Europa noch ein Volk, außer dem dentſchen, das ſeine Sprache mit dem Rechte ſeine Sprache und fein Eigenthum nennen kann, wie wir Deutſche das koͤnnen? Mit dem deutſchen Volke iſt auch ſeine Sprache erwachſen und entſtanden, und
Dat dieſes nicht nur„ durch nachläßige verkehrte Aus prache“ ge⸗
ſchehe, bedarf hier, als oben geſagt, keiner Nacherinnerung. Uebrigens wird der örtliche Redeſchluß hier zwar nicht wiederholt, doch in Anſpruch genommen, durch die Bemerkung: daß wir(wie Griech inn en, Rö⸗ merin nen, Franzöſi nnen, Italienerinnen) wohl auch unſere lieben Landsmänninnen ſprachrichtig und gleichmäßig Deutſchin⸗ nen nennen ſollten. Eine Vorleſun gim Muſeum bang und Nachtra 17. November 1815.
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zu Frankfurt a. M., als An⸗ 8 iu der obigen Schlußred e, vorgetragen am


