Teil eines Werkes 
1. Theil (1828) A-H
Entstehung
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vIIt Vorerinnerungen im 6n Kapitel ſeiner deutſchen Posterey, bejammerte, und der im dreißigjaͤhrigen Kriege noch unaufhaltſamer wurde; ſondern auch fruͤhere Gegen⸗Bemuͤhungen von Harsdoͤrfer, Andreas Tſcherning und Andern angefuͤhrt. Letztrer hat auch Kinderling S. 103 105 des angefuͤhrten Werkes gedacht, welches ſelbſt S. 106 345 eine ſehr ſorgfaͤltige Mu⸗ ſterung der fremden Woͤrter enthaͤlt. Ihr unbequemes Abſondern nach den verſchiedenen Sprachen, von denen wir borgten, iſt aber nicht nur Urſache mancher Wiederholung; ſondern die Erklaͤrungen ſind auch in dieſer fleißigen, oft zu weit greifenden Sammlung Cvergl. d. Rec. d. A. L. Z. vom 10. Maͤrz 1798) nicht ſelten ſehr mangelhaft, bisweilen gar ſo wenig richtig, als z. B. Anthropologie nur menſch⸗ liche Rede von Gott, Hexasder, Znoͤlfeck, Hygrometer, Waͤrmemeſſer. Kinderling's bekannteſte, wenigſtens mir bekannt gewordene Vorgaͤnger waren folgende:

Wolf, Joh. Chriſtoph, in ſeinemgruͤndlichen und voll⸗ kommenen Unterrichte zur Rechtſchreibung der deutſchen Spra⸗ che ꝛe. Hof und Bayreuth 1749. 8. S. 225 274. Die ge⸗ woͤhnlichſten fremden Woͤrter und Redensarten, welche ſowohl in den Zeitungen, Briefen und dergl., als auch im gemeinen Leben vorzukommen pflegen. Dieſer verdeutſchenden, auch An⸗ deutung der Ausſprache franzoͤſiſcher Woͤrter enthaltenden Sammlung hat jener ſorgfaͤltige Schreiblehrer ſchon folgende Bemerkungen vorausgeſchickt:

Ein fuͤr allemal ſollen und muͤſſen wir keine Woͤrter aus fremden Sprachen in unſere einmengen, wo wir unſere eigenen haben konnen; ſie muͤßten denn angenommen ſeyn und durch langen Gebrauch das deutſche Buͤrgerrecht erlangt haben.

Gleichwohl aber geſchieht dieſes ſo haͤufig, daß auch Viele kaum eine Zeile pur(1) deutſch ſchreiben koͤnnen, ohne ſolche faſt bis zur Hälfte mit dergleichen fremden Woͤrtern an⸗ zufuͤllen; daß ſodann ein ſolches Schreiben einem Nartenkleide nicht unaͤhnlich ſiehet.

Ja ſie meinen, es ſey auch nicht wohlgeredet, wenn ſie nicht ſtets lateiniſche und franzoͤſiſche Woͤrter einmiſchen. Da⸗ durch nun geben ſie nicht nur deutlich zu erkennen, ſondern wollen wohl noch dazu behaupten, die deutſche Sprache ſey zu arm, und man muͤſſe ſich deswegen ſolcher fremden Woͤrter bedienen. Allein ſolche Sprachverderber ſollen vielmehr wiſſen, daß unſere deutſche Sprache viele andere Sprachen, wie an Alter, ſo auch an Ueberfluſſe der Woͤrter ubertreffe, und ſich demnach, als eine reine Jungfrau, von fremden Sprachen gar wohl enthalten koͤnne. Wie ſie denn in der That ſo reich an ſchoͤnen Worten und wohlklingenden Redens⸗Arten iſt, daß man ſie eher eines Ueberfluſſes halber an ſcharfſinnigen, nach⸗ druͤcklichen und angenehmen Ausdruͤcken zu ruhmen hat, als daß ſie eines Mangels mag beſchuldiget werden.

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