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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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beit leicht, und ehe ein Jahr verging, durfte ich Gott danken, daß er ſich meiner erbarmt und mich aus dem Elend meiner Sünden gerettet hatte. Mein Herr hatte Recht: ich war nur mein eigener Feind geweſen; in dem Maße, daß ich mich beſſerte, gewann auch die Welt um mich her ein beſſeres Gewand und wie mit Gott ward ich mit der Menſchheit verſöhnt.

Meinen Herrn aber verehrte ich wie ein höheres Weſen. Es war wirklich etwas Wunderbares in dieſem Mann. Ich wollt', ich könnt' Euch ſein Weſen klar in wenig Worten ſchildern. Ein Leipziger Student, von dem Ihr ſpäter noch hören ſollt, ſagte, es ließe ſich am beſten in die zwei Worte zuſammenfaſſen: Ruhe und Kraft. Es war viel damit geſagt, aber lange nicht Alles. Wo blieb da z. B. die Weichheit ſeines Gemüthes, die ihn zu einem Freund aller Unglücklichen machte? Ich geſtehe, mir war in der erſten Zeit oft bange wegen ſeiner Mild⸗ thätigkeit, denn ich dachte, er möchte ſich aus⸗ geben, bis er zuletzt ſelbſt der Mildthätigkeit be⸗ dürfte. Aber er belehrte mich bald eines Beſſern,