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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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von dem Zauber, der auf dieſer Stätte ruht: Welch ein Tempel des Friedens! Sieh zu, ob auch deines Friedens!

Nur eine Viertelſtunde Weges von der Sff⸗ nung dieſes Grundes liegen die oberſten Häuſer des Kirchortes Zeisdorf. Folgſt du von hieraus dem Laufe des vielleicht ſchon dem Verſiechen nahen Baches, ſo kommſt du durch ein Erlen⸗ und Weidengehölz über eine weite Wieſenfläche an ein Gehöft von ſtattlichen ſteinernen Wohn⸗ und Wirthſchaftsgebäuden. Wenn nicht das hohe Fluther an der rechten Seite des Haupt⸗ gebäudes mit den darunter ſchwebenden Waſſer⸗ rädern dir es ſagte, würde Nichts dich daran

erinnern, daß du dich vor einer Mühle befindeſt. Das Klappern und Rauſchen, das ſonſt die

Nähe eines ſolchen nützlichen Menſchenwerkes verkündigt, iſt hier verſtummt, denn das Fluther iſt trocken und die Räder ſtehen ſtill. So findeſt du es wenigſtens jetzt im Sommer. Und weil gerade dies die Flugzeit der menſchlichen Zug⸗ vögel iſt, denen kein Winkel der Erde ſo ent⸗ legen, keine Schlucht ſo tief, kein Berg ſo hoch,

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