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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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facher Hinſicht, einmal wegen der geringen Aus⸗ dehnung ihres Laufes von der Quelle bis zur Mündung, und dann, weil ſie faſt durchgängig im Sommer verſiechen. Da iſt's denn ſtill in den Schluchten, die ſonſt von den ſtürzenden Waſſern wiederhallen, und öd und traurig müßte es darin ſein, wäre nicht der Wald, der liebe, friſche Wald mit ſeinem heimlichen Flü⸗ ſtern und den nimmer ſchweigenden Stimmen ſeiner befiederten Sänger. Der Wald ſchützt auch die vorderen und offeneren Partien dieſer Einſchnitte, die ſanften, ſaftig-grünen Wieſen⸗ gründe vor dem ſengenden Strahl der Sommer⸗ ſonne, denn bis zum Fuße des Gebirges hinab ſtreckt er ſeine Glieder, und die Gründe ruhen in ſeiner ſchattigen Umarmung.

Liebliche, feenhafte Stätten ſind dieſe Gründe, werth von den beſten der Menſchen bewohnt und als Erdenparadieſe geheiligt zu werden. Einer vor allen, der ſchon mehr nach Abend hin, im Gebiet der Eger liegt, macht Anſpruch auf ſolche Heiligung, und wenn du ihn betrittſt, Wanderer, dann rufſt du vielleicht, überwältigt

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