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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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leibte und lebte, umringt von ſeinen Palatinen, unter ei⸗ ner Eiche auf einer kleinen Erhöhung bei Roßbach. Vor ſeinem ausgeſtreckten Arm, ſo ſchien es, eilen die Frag zoſen mit Zurücklaſſung vieler Todten und einer Me Heergeräthes in wilder Flucht davon. Ueber den ragte hold und ſchön, in himmliſcher Verklärung die deutſche Muſe empor, mit der einen Hand dem Sieger den Kranz der Unſterblichkeit auf das Haupt ſetzend, mit der andern eine Leier hoch emporhaltend, und aus der Leier fuhren feurige Blitze, welche ein im franzöſiſchen Zopfſtyl errichtetes Bauwerk mit dem Götzenbilde der fränkiſch⸗deutſchen Aftermuſe zertrümmerten.

Alle ſtanden bewundernd vor dem großen Bilde, der Prinz verſank in ſtille Andacht. Was er dabei gedacht, Niemand hat es erfahren, aber auf ſeiner Stirn ſtand es geſchrieben, daß er von einem mächtigen Gedanken be⸗ wegt war; was er gefühlt, das ſollte bald Allen offen⸗ bar werden.

Geſegnet die Hand, die ſolches ſchafft, ſagte er nach einer langen Pauſe;es iſt eine göttliche Hand. Ich habe Manches gethan, was die Welt als Großthat be⸗ wundert, was die Geſchichte verewigen wird, ich neige mich in Demuth vor dem Genius der Kunſt. Wer einen großen Gedanken ſo verkörpern kann, daß jedes Herz davon er⸗ faßt, dafür begeiſtert wird, der thut mehr als der ſieg⸗