reichſte Kriegesheld. Herr Graf— ich verſprach der Künſt⸗ lerin jeden Preis, den ſie fordern würde, ich halte mein Wort; nennen Sie mir den Preis, den ſie geſtellt hat.“
Der Graf bog ſich nahe zu dem Ohr des Prinzen und ſagte halblaut:„Sie bittet um Gnade für den zum Tode verurtheilten Grafen von S. und für deſſen Be⸗ freier aus der Haft, den zum Soldaten gepreßten Berg⸗ mann und Familienvater Hertwig.“
Auf das Geſicht des Prinzen lagerte ſich eine Wolke. Er ſah düſter auf das Bild, aber die Macht des Genius, der aus demſelben leuchtete, erhellte ihm bald wieder Sinn und Angeſicht.„Es ſei,“ ſagte er zu dem Grafen,„ich werde es vor dem König verantwor⸗ ten.“ Er rief ſeinen Adjutanten herbei.„Fertigen Sie ſofort den Pardon aus für den vom Kriegsgericht zum Tode verurtheilten Grafen S. und den Deſerteur Hert⸗ wig. Vollen Pardon!“ befahl er halblaut und fügte hin⸗ zu:„In einer halben Stunde bringen Sie mir ihn zur Unterſchrift.“ Der Adjutant entfernte ſich.
Zu den wärmſten Bewunderern des Bildes gehörte der Oberſtlieutenant von Retzow. Aber es war weniger der patriotiſche Grundgedanke des Werkes, was ihn er⸗ griff, als die ideale Rolle, welche das Mädchen darin ſpielte, das er zur Odaliske hatte erniedrigen wollen. Und es lag eine ſolche überwältigende Wahrheit in dieſer Darſtellung, die Heiligkeit dieſes zarten Frauenweſens
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