Druckschrift 
Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
Einzelbild herunterladen

265

1 erſt deſeen, ſo werden wir das Junge wohl auch noch finden. Und wie ſteht's mit Ihrer Malerin? Iſt ihre Unterſuchung noh nicht zu Ende?

Die ſächſiſche Juſtiz iſt nicht ſo ſchnell, antwor⸗ tete Oeſterreich;zumal die Patrimonialjuſtiz, wenn noch dazu der&ichtsherr den Inculpaten begünſtigt. Der Herr Graf u Wartensleben intereſſirt ſich ſo ſehr für die Kindesmörherin, daß er ſie nicht nur ganz frei in ſei⸗ nem Herrenhauſ ſchalten läßt, ſondern ſogar um ihret⸗ willen einen ganzen Prrnnt dort wohnt.

Das verdenke ich dem Herrn Grafen gar nicht, verſetzte der Oberſtlieutenant;ja ich freue mich, daß der ſtrenge Moraliſt auch einmal der Macht der Schönheit erliegt. Hoffentlich wird deshalb die Zuſtiz doch ihren Gang gehen, wenn auch langſam. Er trat hierauf an in Schreibepult, beſchrieb ein Blatt Papier und gab es Sekretär mit den Worten:Damit gehen Sie zum geiſter von Haacke, der wird Ihnen die gewünſchte ung Dragoner ſtellen. Machen Sie Ihre Sache und unterlaſſen Sie nicht, ſich um den kleinen zu kümmern! ſoll mir die größte Frende machen, wenn ich efangene, ſtatt der zwei, bringen kann, er⸗ Leich und verabſchiedete ſich. Der Oberſt⸗ das Hötel des Grafen von Wartensleben.

in von Dresden. 17