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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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der zuerſt an ſie geglaubt, zuerſt ihr zur Herſtellung ihres Adels die Hand gereicht, und um deſſentwillen ſie heiß begehrte, wirklich ſo rein zu ſein wie die Sonne. Und da ſtand der fremde Edle vor ihr und ſchaute ihr mild in's

Angeſicht und führte ihre Hand an ſeinen Mund und

ſagte faſt flehend:Nicht wahr, Mademoiſelle, Sie voll⸗ enden, was Sie ſo herrlich begonnen, und laſſen Ihren leuchtenden Genius jede ſchwarze Anklage, jeden giftigen Argwohn, jeden Hauch eines Makels, und gründete er ſich auch auf eine wirkliche Verirrung des irdiſchen Stoffes, aus dem wir Alle gemacht ſind, laſſen Ihren Genius das Alles ſiegreich vernichten?

In Doris' Augen glänzte eine Thräne.Ich werde wohl gar nicht anders mehr können, ſagte ſie;aber iſt es denn wahr, ſoll ich das liebe Urbild meiner deutſchen Muſe bei mir behalten? Sie wollen ſie doch nicht mit einſperren laſſen?

Sie ſollen auch nicht mehr eingeſperrt ſein, er⸗ wiederte der Graf;ich habe mich entſchloſſen, einige Zeit hier zuzubringen, um der Jagd auf dieſem Gute ob⸗ zuliegen, die ſehr ſchön ſein ſoll. Ich werde als Gerichts⸗ herr für Sie haften und nicht mehr dulden, daß man Sie einſperre.

Doris dankte mit einer Verbeugung. Der Graf ließ ſie ſodann mit Emma allein. Dieſe erzählte ihr nun, wie