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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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Luſt. Dann aber fiel ſein Blick auf das bald vollendete Bild auf der Staffelei. Er trat näher und vergaß über ſeiner Betrachtung Alles um ſich her.

Wiſſen Sie auch, daß ich hier bei Ihnen bleiben ſoll? ſagte Emma, nachdem die erſten zärtlichen Grüße getauſcht waren.O wie ſchön wird das ſein!

Doris wollte einen fragenden Blick auf den Graſen richten, doch dieſer war in das Anſchauen ihres Werkes vertieft. Sie erröthete und ſagte, Emma's Hand ergrei⸗ fend:Iſt es denn wahr, daß ich ſo glücklich ſein ſoll, ei⸗ nen ſolchen Engel zum Gefährten zu haben, wie Sie?

O bitte, nennen Sie mich Du, bat Emma,und ein Engel bin ich ſchon lange nicht; was hab' ich nicht der Madame Reibold für Streiche geſpielt hat Ihnen der Herr Magiſter Starke geſchrieben, wie ich der aus⸗ geriſſen bin?

Ja wohl, entgegnete Doris;er ſchrieb es mir

zugleich mit der Nachricht, daß er mich bald beſuchen und

mir etwas höchſt Erfreuliches melden werde, was er dem Papier nicht anvertrauen könne. Er iſt nicht mitgekom⸗ men?

Der Herr Graf wollte ihn mitnehmen aber er durfte die Frau Gräfin S. nicht verlaſſen. Die hatte der Freudenſchreck über die unerwartete Befreiung ihres Soh⸗ nes beinahe getödtet; ſie liegt jetzt krank darnieder, und