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pen. Geſtern kam ich auf die Wache. Ich konnte keinen beſſern Tag treffen. Wegen des am Morgen erfolgten Abzugs der Oeſterreicher herrſchte große Freude unter den Preußen. Der wachthabende Offizier gab der Mannſchaft eine Tonne Bier zum Beſten, ja ſelbſt die Gefangenen kriegten ihren Theil daran. Der Offizier gehörte zu mei⸗ ner Compagnie und ich hatte mich bei ihm beſonders in Gunſt geſetzt. Nachmittags rief er mich zu ſich und ſagte: „Weißt Du was, Horſchitz“— denn dieſen Namen führte ich—„dahinten in Nr. 5 ſteckt ein armer Teufel, der nächſtens erſchoſſen werden ſoll; wir könnten ihm heut' auch eine Güte thun. Hier iſt ein Thaler, hol ihm eine Flaſche Wein.“ Es ward mir ſchwer zu dieſem willkom⸗ menen Auftrag ein gleichgültiges Geſicht zu machen. „Sehr wohl,“ ſagte ich, nahm den Thaler und holte die Flaſche Wein.„Hier iſt der Schlüſſel,“ ſagte der Lieute⸗ nant, wie ich ſie brachte,„trag' ſie ihm hin— es braucht aber Niemand weiter darum zu wiſſen, verſtan⸗ den!“„Sehr wohl!“ ſagte ich und ging nach dem Ge⸗ füngniß Nr. 5. Mein Herr Graf machte nicht kleine Au⸗ gen, wie er mich ſo unerwartet und im preußiſchen Sol⸗ datenrock bei ſich eintreten ſah. Nun, ich erklärte ihm kurz, was es damit für eine Bewandniß habe, und daß ich dieſe Nacht ihn aus ſeinem Käfig holen würde. Dann verließ ich ihn ſchnell, ſchloß wieder zu und trug den


