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Auf einmal ward ihre Aufmerkſamkeit durch ein Ge⸗ räuſch außerhalb des Hauſes von ihrer Arbeit abgezogen. Sie vernahm Tritte, die auf der nahen Straße näher kamen. Wer konnte um dieſe Stunde, wo kein Schicht⸗ wechſel der Bergleute ſtattfand, dieſe einſame Straße gehen?
Die Tritte kamen näher und näher; jetzt waren ſie dicht am Hauſe. Die Frau zog ſich etwas vom Fenſter zurück; da wurden zwei Männergeſtalten ſichtbar— ein Geſicht kam ganz nahe an die Fenſterſcheibe.„Chri⸗ ſtel!“ rief eine volle Männerſtimme in ſanftem Tone.
„Gott im Himmel! mein Wilhelm!“ ſchrie die Frau auf und ſtürzte zur Thür hinaus.
Da lagen ſie ſich in den Armen, die lang getrennten Gatten, da hielten ſie einander umſchlungen und küßten ſich und weinten Thränen der Freude. Denn der An⸗ kömmling war Hertwig, die Frau, die ihn empfing, ſein
treues Weib. Seit ihr Mann gewaltſam von ihr getrennt
und ſein Feind an ſeine Stelle auf dem„Himmelsforſt“ getreten war, wohnte ſie mit ihren Kindern hier und
nährte ſich vedlich, aber äußerſt mühſam von Borten⸗
klöppeln. Hertwig riß ſich endlich aus der Umarmung lo und ſagte:„Wir vergeſſen ganz unſern Gaſt, den Her Grafen S.“ 3
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