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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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führe. Ueber das Wie hatte er nichts vernehmen laſſen. Wie Theophilus ihm mitgetheilt, daß nach der Verſiche⸗ rung des Gouverneurs vor dem Ende der Belagerung nichts gegen den gefangenen Grafen vorgenommen werde, hatte Hertwig geſagt:Da wünſche ich, daß die Belagerung wenigſtens noch zehn Tage dauere, denn ſo lange brauche ich noch Zeit, um Alles fertig zu haben. Hertwig's Wunſch ging auch in Erfüllung, glückli⸗ cher Weiſe ohne daß Riedel's Beſorgniß wegen eines Bombardements ſich ebenfalls erfüllte. Eines ſchönen Morgens trat Theophilus mit der Meldung zu ihm in die Gallerie, die Oeſterreicher ſeien im Abzug begriffen. Die Meldung hatte ihre Richtigkeit. König Frie⸗ drich hatte die Feſtung Neiße ohne Schwertſtreich entſetzt und ſich dann ohne Weiteres wieder auf den Marſch nach Sachſen begeben. So wie Daun Nachricht erhielt, der König ſei mit friſcher Kraft im Anzuge, fand er es ge⸗ rathen, die Belagerung von Dresden aufzuheben und die Winterquartiere in Böhmen zu ſuchen. Es war zwei Tage nach dem Abzug der Oeſterrei⸗ cher von Dresden. Eine finſtere regneriſche November⸗ nacht deckte die kahlen Fluren von Freiberg mit ihren Schauern. Nirgends, wohin das Auge ſchaute, begegnete ihm ein Strahl freundlichen Lichtes, nirgends dem Ohr ein Laut des Lebens.