243
dann zu Emma, ſie zu beruhigen. Erſt jetzt erfuhr er ihre ganze Geſchichte, ſeit jener Begegnung im Kaffeehauſe der Cagiorgi. Von ihrer erſten Befreiung hatte weder er noch Doris etwas erfahren. Ihren Vater glaubte man unter den gefallenen Verſchwörern. Jetzt hörte Theophi⸗ lus, daß er noch lebe und in welcher Abſicht er ſich wieder zur preußiſchen Fahne geſtellt und ſeine Tochter ihrem Entführer ausgeliefert. Theophilus mußte den Muth und die opferbereite Dankbarkeit des armen Bergmannes wie ſeines Kindes bewundern.
Emma erkundigte ſich angelegentlich nach Doris. Theophilus ſagte ihr, wo ſie ſei, und daß ſie ebenfalls an der Rettung des Sohnes ihrer Wohlthäterin arbeite.
„Ei, mein Vater wird ihn ſchon retten, den lieben edlen Herrn!“ rief Emma lebhaft.
„Es iſt doch gut, wenn auf verſchiedenen Wegen daran gearbeitet wird,“ bemerkte Theophilus lächelnd; „ſchlägt der eine fehl, ſo bleibt der andere doch noch.“
„Sie haben Recht— nun der guten edlen Malerin kann ich ſchon gönnen, daß ſie ihn retten hilft— aber ſie iſt ſo ſchön, ſo ſchön!“ fügte ſie faſt klagend hinzu.
Dem Magiſter klang das faſt wie Eiferſucht.„Ha⸗ ben Sie den Grafen öfter geſehen?“ fragte er geſpannt.
„O nein,“ erwiederte ſie;„nur das Einemal, wie er mich vor dem Landesverräther Menzel warnte und zur


