242
Emma antwortete mit einem dankbaren Blick. Rie⸗ del verſchloß die Thür und ging zu Theophilus zurück, welcher eben die Zumuthung Menzel's, ihn die Gallerie nach dem ſchönen Flüchtling durchſuchen zu laſſen, gebüh⸗ rend zurückwies. Jetzt half auch Riedel dabei, und Men⸗ zel mußte unverrichter Sache abziehen.
„Der Sturm wäre glücklich abgeſchlagen,“ ſagte Riedel;„aber wie das arme Kind nun weiter ſchützen? denn ſicher werden die Verfolger Alles aufbieten es in ihre Gewalt zu bekommen.“
„Ich würde ſie vor der Hand hier laſſen und zum Abend mit nach der Wohnung der Gräfin S. nehmen, die ſie gewiß mit Freuden bei ſich aufnähme!“ erklärte Theophilus. 3
„Das glaube ich,“ ſagte Riedel;„aber dieſe Zu⸗ flucht halte ich nicht für ſicher genug. Ich würde ſie mit zu mir nehmen, aber bei uns Beiden würde man ſie am erſten ſuchen.“
„Halt, ich hab's!“ rief Theophilus;„wir ſtellen ſie unter den Schutz des Grafen von Wartensleben. Das iſt ein Ehrenmann. Er verachtet den Oberſtlieutenant von Retzow wegen ſeines Don⸗Juanismus, und es wird ihm Vergnügen machen, ihm ein Opfer zu entreißen. Ich werde ihm die ganze Geſchichte des Mädchens erzählen.“ Riedel billigte den Plan Theophil's. Dieſer ging


