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Als ſie aber in die Anguſtusſtraße einbiegen wollte, ſah ſie den Agenten Menzel mit ihrem ehemaligen Klavier⸗ lehrer Oeſterreich eilig daher kommen. Sie wich augen⸗ blicklich zurück und floh in den Hof des nahen kurfürſt⸗ lichen Stallgebäudes, wo ſie warten wollte, bis die Bei⸗ den vorüber ſein mußten. An dem Treppenthurme zur Bildergallerie glaubte ſie vor ihnen ſicher zu ſein. Aber wer ſchildert ihren Schreck, als die beiden gefürchteten Männer durch das große Thor in den Hof traten! Wie ein geſcheuchtes Reh ſchlüpfte ſie in die nahe Thurmthür, flog die Treppe hinan, durch den Corridor des obern Stogwerks, und riß die erſte beſte Thür auf. Da ſah ſie 6 zwei Herren gegenüber, deren Geſichter ihr nicht ganz fremd waren. Es war der Gallerie⸗Inſpector Rie⸗ del mit dem Magiſter Theophilus Starke.„Das iſt ja unſere kleine Zitherſpielerin!“ rief Riedel.„Ei, wo kommt Sie denn her?“
„Um Gotteswillen, retten Sie mich! verbergen Sie mich!“
„Man verfolgt Sie wohl? Kommen Sie! kommen Sie!“ ſagte Riedel, nahm das zitternde Mädchen bei der Hand und führte ſie durch das Labyrinth der Gal⸗ lerie in das Zimmer der Madonna.„Hier werde ich Sie einſchließen, liebes armes Kind, bis die Gefahr vorüber iſt; hier herein ſoll kein Verfolger dringen, das ver⸗ ſpreche ich Ihnen!“


