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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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der Gefangenen, die er allerdings in dem ſchlechten Ge⸗ richtsgefängniß untergebracht hatte, und kündigte ihr im höflichſten Tone die Veränderung ihrer Lage an.

Wie Doris den Magiſter hinter dem Gerichtsdirec⸗ tor in ihre traurige Zelle treten ſah, flog ein lichter Freudenſtrahl über ihr edles Angeſicht.Immer, wenn mich Schmach und Trübſal umringen, rief ſie,ſendet der Himmel Sie mir, mein edler Gönner, zu Troſt und Freude.

Er ergriff ihre Hand und führte ſie an ſeinen Mund.Ich wollte, ich könnte die edle Kämpferin in die Freiheit führen, ſagte er;ſo kann ich nur in ihren Kerker die Botſchaft bringen, daß alle Guten, die ſie ken⸗ nen, feſt an ihren Sieg über alle finſtere Miächte glau⸗ ben. Er kündigte ihr hierauf an, daß es ihr vergönnt ſein werde, das große Werk, dem ſie ſich gewidmet, zu vollenden.

Alſo haben Sie den Aufſchub erlangt, rief ſie erfreut;v dann iſt Alles gut, dann bin ich ſo gut wie frei und mein Loos iſt mir auf's Herrlichſte gefallen!

Der Umzug der Gefangenen in ihr neues Gefäng⸗ niß ward nun ohne Weiteres bewirkt. Daſſelbe war ein lichtes geräumiges Gemach im Herrenhauſe mit der Aus⸗ ſicht in einen großen Garten, über welchen die Thürme und Dächer der Stadt Freiberg emporragten.Das iſt

1859. XX. Die Malerin von Dresben. 15