mir leid, und für ſie möchte ich gern etwas thun; wenn ich nur wüßte, was.“
„Wie aus den Reden des Schurken Menzel hervor⸗ ging,“ ſagte der Magiſter,„fahndete man ſchon auf ſie, ehe ſie hierher kam. Ich kann mir nicht denken, daß man ein ſolches Kind um ſeiner politiſchen Gefährlichkeit willen verfolgt; wer weiß, ob die Verfolgung nicht ein ganz anderes Motiv, und zwar ein weit unreineres hat. Viel⸗
leicht hat die ausnehmende Schönheit des Mädchens die
Begierde eines preußiſchen Offiziers erregt, und ihr poli⸗ tiſches Vergehen iſt nur der Vorwand, um ſie in die G6 walt des Lüſtlings zu bringen.“
„Wahrhaftig, Magiſter,“ fiel der Inſpector ein, „Sie ſcheinen mir, wie immer, den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Zetzt erinnere ich mich, den Spion Menzel öfter in Geſellſchaft des preußiſchen Majors von Retzow geſehen zu haben. Erſt neulich beſuchten ſie mit einander die Gallerie, wo ſie ſich am meiſten mit den nackten Frauenſchönheiten beſchäftigten. Ich ſchloß noch zur rechten Zeit das Zimmer der ſiſtiniſchen Madonna vor ihnen zu, um dieſe ſo profanen Blicken nicht preis⸗ zugeben, zugleich aber auch unſere Doris, die dort eifrig copirt, vor den Zudringlichen zu ſchützen.“
„Das war ſchön von Ihnen,“ ſagte der Magiſter, indem ſich ſeine Wange leiſe röthete und das ſchöne,


