Magiſter,“ verſetzte er jetzt hitzig,„habe ich mir längſt gedacht; ſchon längſt hielt ich Euch für einen geheimen Philippiſten; ich ſehe jetzt, daß ich mich nicht getäuſcht.“
„Wenn Sie darunter Einen verſtehen, der den gro⸗ ßen Eigenſchaften des bewußten Königs volle Anerken⸗ nung zollt,“ erwiederte der Magiſter,„ſo nehme ich dieſe Bezeichnung an; aber wenn ich als Menſch den großen Mann bewundere, ſo hindert das mich als Pa⸗ trioten nicht, den Feind meines Vaterlandes zu bekäm⸗ pfen— nur nicht auf Koſten des größeren Vaterlandes.“
„Man muß ihn haſſen,“ rief der Maler wieder, „mit aller Gluth des Herzens— nicht wahr, Mutter?“ (Er meinte die Cagiorgi, die ihm beifällig zunickte.)„Man muß den Feind des Vaterlandes haſſen, bis er vernichtet iſt, ſei es durch wen es ſei!“
Er wollte fortfahren ſich zu erpectoriren, als die Thür aufging und ein Menſchenpaar eintrat, das ſchnell die Augen Aller auf ſich zog. Es war ein ſilberhaariger Greis in Bergmannstracht, blind und von Jahren ge⸗ krümmt, an der Hand eines Mädchens von etwa fünfzehn Jahren und auffallender Schönheit. Sie ging ſehr ärm⸗ lich, aber reinlich gekleidet, wodurch die Vorzüge ihres Aeußeren etwas Rührendes gewannen. Es ließe ſich ſchwer eine Schilderung dieſer Vorzüge geben. Der edle, der Antike verwandte Schnitt ihres Antlitzes, die Lilien⸗


