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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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Späherohren, hier konnte man ein freies Wort ſprechen, und das wurde denn auch geſprochen, zur Freude der Mutter Cagiorgi.

Eines Nachmittags verſammelte ſich dieſe Geſell⸗ ſchaft etwas früher als gewöhnlich. Es war das Gerücht von einer dem König von Preußen bei Zorndorf durch die Ruſſen gelieferten und für erſteren unglücklich aus⸗ gefallenen Schlacht nach Dresden gekommen, und jeder ging nun dahin, wo er etwas Näheres über dieſe Bege⸗ benheit zu hören hoffte. Es wußte aber eben noch Nie⸗ mand etwas Gewiſſes, und ſo ergab man ſich um ſo ausſchweifenderen Hoffnungen zu Gunſten der eigenen Sache. Dabei wurde denn des Preußenkönigs nicht in den glimpflichſten Ausdrücken gedacht, wobei man jedoch die Vorſicht gebrauchte, ihn nicht anders als Philippus zu nennen.

Nur zwei von der Geſellſchaft beobachteten eine ge⸗ wiſſe Mäßigung in ihren Aeußerungen. Der eine war ein Mann in den mittleren Jahren von ſchlanker Geſtalt und ebenſo feinen als geiſtreichen Zügen. Er war einfach, doch ſorgfältig gekleidet. In Sprache, Haltung und Be⸗ wegung trug er ein ariſtokratiſches Gepräge, doch war es mehr die Ariſtokratie des Geiſtes als des Blutes, die daraus hervorleuchtete. Der andere, ſein Nachbar, war ſchon dem Greiſenalter nahe; eine etwas gebückte Geſtalt,