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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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13 Aber gefährlich war es, ſolchen Empfindungen

Worte zu verleihen. Mit ſcharfem Auge wurde die Stim⸗ mung und Geſinnung des Volkes überwacht, und wehe dem, der durch eine Aeußerung verrieth, daß die ſeinige dem Eroberer nicht günſtig war. War er jung und ſtark, ſo ward er öhne Anſehen der Perſon unter die Soldaten geſteckt; taugte er hierzu nicht, ſo war der Kerker ſein Loos. Jedermann hütete ſich daher, ſeine Unzufriedenheit kundzugeben, und verbarg ſie unter dem Mantel ſtiller Ergebung, wenn nicht der Zufriedenheit. Nur unter ganz

zuverläſſigen Freunden und Patrioten wagte ſich der Un⸗ muth Luft zu machen.

Dennoch gab es auch Leute, welche, geblendet von den glänzenden Geiſteseigenſchaften und von den Gryß⸗

thaten des Eroberers, weit entfernt waren, die gegen⸗

wärtige Lage ihres Vaterlandes als eine Schmach zu em⸗ pfinden, die es vielmehr für ein Glück anſahen, unter die Botmäßigkeit eines ſolchen Königs gekommen zu ſein. Und noch andere gab es, denen die Aenderung der Dinge willkommen war, weil ſie dieſelbe zu ihrem perſönlichen Vortheil auszubeuten hofften, oder wirklich ausbeuteten.

Mit der äußerſten Spannung verfolgten beide Par⸗

teien, die große der Patrioten, und die kleine der Preu⸗

Fenfreunde, den Gang des Krieges, der zur Zeit, wo un⸗ ſer Geſchichte beginnt, nämlich im Hochſommer 1758,