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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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Das war natürlich. Denn außer den Laſten, die es mit dem ganzen Lande gemein hatte, litt es noch ungleich ſchwerer durch den Verluſt eines kunſtſinnigen und pracht⸗ liebenden Hofes. Wenn das übrige Land durch die Ver⸗ ſchwendung des allmächtigen Miniſters Friedrich Auguſt's, des Grafen Brühl, eben auch ſtark genug gebrandſchatzt wurde, um den Unterthanen Seufzer zu erpreſſen, ſo ging doch gerade der Hauptſtadt dieſe Verſchwendung zu Gute.

Wenn die Könige bauen, dann haben die Kärrner zu thun. Das empfand Dresden mehr, als irgend eine deutſche Re⸗

ſidenz jener Zeit, denn nirgends wurde ſo viel gebaut und geſchaffen zu Luſt und Nutzen wie dort. Da hatten nicht nur die Kärrner, da hatten alle Gewerbe vollauf zu thun, und die Künſte ſtanden im reichſten Flor. Da gab es Wohlſtand, da warLeben und Lebensluſt vollauf.

Wie anders war das Alles nun geworden! Aus der luſtigen Reſidenz war ein düſteres Kriegslager geworden, die Kärrner feierten, die Handwerkerleierten, und die Hallen der Kunſt waren verödet. Kein Wunder, wenn da die guten Dresdner weit bitterer als andere Sachſen das preußiſche Regiment haßten und weit ſehnſüchtiger die alte Zeit zurück wünſchten, die ihnen in der That eine goldene geweſen, mochten ſie auch über den ſittlichen Cha rakter derer, denen ſie dieſelbe verdankten, denken, wie ſie wollten.