225 Scheu, die ſie vor ſeinem Stande und ſeinem Ge⸗ ſchlechte hegten, ihn bei den Haͤnden faſſend auf ei⸗ nen Sitz niederzogen, ja ſogar ihm die Halsbinde
löſeten. Ein geoffnetes Fenſter that das Uebrige.
Georg erholte ſich, er war jetzt nur ſehr blaß. Anna
und Eliſabeth machten ſich eilig auf den Heimweg;
doch fanden ſie kaum Zeit, Marien auf den Be⸗ ſuch des Dragoners vorzubereiten; er war ihnen
auf dem Fuße nachgefolgt. Als ſie ihn auf der
Treppe hoͤrten, ließen ſie das zitternde Mädchen al⸗ lein, und gingen in die Kuͤche, das Verlobungs⸗ mahl mit großem Aufwande, doch mit noch groͤßerer Wichtigkeit und Freude, zu beſorgen.
Der Verlobung mußte dieTrauung bald fol⸗ gen; dem Dragoner war das Aufgeben des liebſten Gluckes eher zuzumuthen, als ein langes Erwarten
deſſelben. In wenig Wochen wurde Hochzeit gehal⸗
ten, wol noch im Hauſe der Schweſtern; dann aber fuhrte Georg die geliebte Braut in ſein kleines Haus. — Fuͤr Eliſabeth und Anna war dieſe Trennung ein bitterer Anfang des Todes. Auch der Troſt, daß nun ihr Liebling die Erfuͤllung aller Wuͤnſche gefun⸗ den, ſollte bald ſchwinden. Geſchaͤftige Nachbaren
machten Bemerkungen, und theilten ſie ihnen freund⸗
ſchaftlich mit. Maria hatte an dieſem Morgen roth⸗
geweinte Augen gehabt, an jenem Abend war je⸗
mand vor ihrem Hauſe vorbeigegangen, der das laute Perin Erzählungen. 15
———
M eeae


