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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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ſie bleich und verfallen aus, ihr Auge war erloſchen, und wenn ſie auch noch ſo leiſe des Nachts unter ihrer Bettdecke ſchluchzte, ſo hörte es dennoch bald die eine, bald die andere ihrer Schweſtern, die oft ängſtlich an ihrer Kammerthuͤr lauſchten. Von einer

Großmuhme, die aus Gram uͤber eine gewaltſame

Trennung von dem Geliebten geſtorben war, hatten Anna und Eliſabeth ihre ſelige Mutter oft erzaͤhlen gehoͤrt. Daß ſie etwas Aehnliches an Maria erleben könnten, wurde ihnen bald furchterlich klar, und jede andere Ruckſicht, als die der Erhaltung des ge⸗ liebten Kindes, mußte weichen.

Georg erſtaunte nicht wenig, als an einem Sonntage Nachmittags beide ehrbaren Jungfern in ſeine Stube traten, und ihn mit niedergeſchlagenen Augen und leiſer Stimme baten, in ihr Haus zu⸗ ruͤckzukehren. Er zeigte ſich ſehr bereitwillig. Wie ſie aber, nicht ohne Umſchweife, endlich dazu kamen, ihm zu erklaͤren, was ſie zu dem, in ihren Augen ſo

ungeheuren, Schritte bewogen habe, da wollte er

ſprechen, aber er fuͤhlte, daß er zugleich auch wuͤrde weinen muͤſſen, und der Dragoner wollte lieber ſter⸗ ben, als weinen. Er biß die Zähne uͤber einander, blickte ſtarr hinauf, und faßte den Tiſch an, daß er krachte; die Adern ſeiner Stirn waren ſo furcht⸗ bar aufgeſchwellt, ſeine Lippen zitterten ſo krampf⸗ haft, daß die guten chweſtern, ungeachtet aller