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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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ria.Ihr meint es immer gut mit mir, was iſt da zu verzeihen? Was Maria ſo ſchnell errathen und ſo dankbar gefuhlt: nämlich, daß Georg eigentlich ihr die Erbſchaft abgetreten hatte, das ahneten Ma⸗ riens Schweſtern nicht. Die Liebe, die dergleichen eben nicht gerne thut, hatte ein großes Schild mit zwei brennenden, von einem Pfeile durchſchoſſenen Herzen aushaͤngen muͤſſen, um von den guten Seelen, die nur aus ſehr unvollkommenen Ueberlieferungen etwas von ihr wuß⸗ ten, erkannt zu werden. Darum durfte Georg täg⸗ lich kommen, taͤglich viele Stunden an Maria's Seite zubringen, ohne Beſorgniß zu erregen. Er und Ma⸗ ria trieben wahrlich keine Heuchelei; ihre Blicke ſpra⸗ chen deutlich genug, nur wurden ſie von den alteren Schweſtern nicht verſtanden; und uͤberdies näheten Anna und Eliſabeth zu emſig, um ſo genau, was um ſie vorging, wahrzunehmeu. Maria fand es zuwei⸗ len recht gut ſo; dann wunſchte ſie oft wieder, daß es anders waͤre; daß die Schweſtern den Zuſtand ih⸗ res Gemuͤthes erkennen möchten; denn ſie zweifelte nicht, ſie wurden dann ſagen:Du liebſt ihn, ſo nimm ihn zum Manne. Selbſt zu ſagen, ich will ihn heirathen, ſiel ihr natuͤrlich ſchwer. Eine Woche verging nach der andern Monate wurden daraus, und immer noch wollten Maria's Schweſtern nichts merken; da faßte ſie endlich Muth, und ſagte