antwortete das Maͤdchen, ihm die Hand reichend.— Eliſabeth und Anna traten herein.„Gut, daß ihr kommt,“ rief ihnen Maria entgegen;„ihr werdet ſchoͤne Dinge horen von dem ſauberen Herrn Seba⸗ ſtian;“ und nun wiederholte ſie in einem Zuge Al⸗ les, was die Alte geſagt, und der Dragoner nicht hatte läugnen können. Ihm war ſehr widrig dabei zu Mu⸗ the. Maria hatte er nicht ungern in ſein Gemuͤth blicken laſſen; nun aber wurde die Sache vollends zur Stadtgeſchichte: mitten unter der Erzaͤhlung nahm er ſeinen Hut und ging. Alle drei Schweſtern waren gegen Sebaſtian in gleichem Maße aufgebracht. Sie erwarteten mit faſt ſchadenftoher Ungeduld die Stunde, in der er ſonſt zu kommen pflegte. Als er an der Hausthüre klingelte, lief Maria hinab, ihn ſchnell einzulaſſen. „Ei! gar zu guͤtig, gar zu gutig!“ rief er, ganz er⸗ freut uͤber die ſeltene Ehre.„Nicht uͤber Verdienſt, wahrhaftig!“ antwortete ſie;„kommen Sie nur ge⸗ ſchwind zu den Schweſtern.“ Dieſe ſaßen aber mit ſo gravitätiſchem Anſtande, ſo richterlicher Miene da, daß der Strumpfwirker ſein böſes Schickſal leicht ahnen konnte. Man wies ihm ſchweigend einen Stuhl an, und nach einigem gegenſeitigen Räuspern und Huſten eroͤffnete Eliſabeth, als die älteſte, das Verhor. Sich von der Beſchuldigung zu reinigen, war unmöglich; auch verſuchte es Sebaſtian nicht: er ſchob Alles auf
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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
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