Druckschrift 
Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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nicht, ſagte Georg höchſt erſtaunt.Wirklich nicht? rief Sebaſtian lerfreut, die Alte hat ge⸗ ſchwiegen? So will ich dir Alles ſagen. Deine Haus⸗ hlterin war, wie du weißt, bei dem Tode meines Nachbarn zugegen. Da hat dieſer kurz vor ſeinem Ende, wahrſcheinlich im Fieber, etwas gefaſelt von einem Teſtament unſers Vaters, das er geholfen haͤtte aͤndern und verfalſchen, von falſchem Zeugniß, das er und noch ein Andrer, auf Anſtiften meiner Mutter, zu deinem Schaden abgelegt. Da hat die Alte viele Menſchen herbeigerufen, der Sterbende hat vor ihnen Alles wiederholen muͤſſen, ein Friedensſtö⸗ rer, wie es immer welche gibt, hat ſeine Ausſage Wort fuͤr Wort aufgeſchrieben und von allen An⸗ weſenden unterzeichnen laſſen. Nun iſt die Sache zu Gericht gekommen, und wenn du mir einen Pro⸗ ceß anhaͤngen willſt, ſo bin ich ein verlorner Mann. Wozu denn ein Proceß? Du wirſt mir doch gutwillig herausgeben, was mein gehört?Ach⸗ liebſter, beſter Bruder! hab' ich es denn? hab' ich nicht das Geld verbaut und in die Fabrik geſteckt? Alles mußt' ich verkaufen: ich wäre ein aufgelegter Bettler. Dem Strumpfwirker ſtand das Weinen, dem Dragoner, uͤber das verzogene Geſicht ſeines Bruders, das Lachen ſehr nahe; doch er bezwang ſich, und ſagte ziemlich ernſthaft:Ein Bettler waͤreſt du dennoch nicht; nur kein reicher Buͤrger mehr, und

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