Druckschrift 
Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
Einzelbild herunterladen

F

Wahrhaftig, ſagte er zu Sebaſtian, nachbem er ihn genöthigt hatte, das Morgenbrot mit ihm zu thei⸗ len,mich freut es, daß du einmal ſo recht bruder⸗ lich gegen mich thuſt; ſind wir doch Söhne eines Vaters, den es im Grabe noch kraͤnken muß, wenn wir uns nicht vertragen.Das mein' ich auch, ſprach Sebaſtian;der liebe Vater, er hatte es mit uns Beiden gut gemeint... meine Mutter. frei⸗ lich.Nun, die laſſen wir auch ruhen, ſagte Georg, ſchnell ihn unterbrechend;was hat es mir am Ende auch geſchadet? Ich moͤchte doch nichts An⸗ ders ſeyn, als was ich bin, nichts Anders haben, als was ich habe; das Geld hat mich, ſo lange ich lebe, noch keinen Seußzer gekoſtet, das weiß unſer Herr Gott!Du haſt die Zufriedenheit, ſagte Se⸗ baſtian tiefſeufzend,und das iſt mehr als Geld und Gut.So ganz zufrieden iſt wol kein Menſch auf Erden; doch was mir abgeht, das kauft man nicht. und jetzt von was Anderm.Ach! ich habe noch Manches auf dem Herzen, ſprach Se⸗ baſtian(er ſah ſich aͤngſtlich um);iſt deine Alte zu Hauſe?Nein, ſie iſt auf den Markt ge⸗ gangen.Mein herzenslieber Bruder, ſagte jetzt, Muth ſaſſend, der Strumpfwirker,wenn du mein Unglůck willſt, ſo ſteht es nur bei dir, mich in's Elend zu ſtuͤrzen.

Meiner Treue! Herr Bruder, ich verſtehe dich

14*