Druckschrift 
Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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Indeſſen hatte der Buͤrger Rechte, die der Dragoner nicht hatte; zur Abendmahlzeit wurde der Tiſch nie für mehr als Viere gedeckt: Sebaſtian blieb, und ſah triumphirend ſeinen Bruder abziehn. Marien ſchmeckte kein Biſſen; und wenn Georg ſo ganz allein nach Haus wandern mußte, kam ihm zuweilen ſeine Woh⸗ nung recht öde, und ſeine alte Haushaͤlterin recht wi⸗ drig vor, beſonders weil ſie jett ſein truͤbes Geſicht gar nicht verſtehn wollte, mit ganz beſonderer Munter⸗ keit und Geſchaͤſtigkeit herumtrippelte, und wol gar aus roher Kehle und mit zitternder Stimme alle ihre Ju⸗ gendlieder nach einander herſang. Geſchah es auch nur in der Kuͤche, ſo war die Wohnung nicht groß genug, als daß die Ohren des armen Wachtmeiſters hatten verſchont bleiben können. Er ſagte einmal in etwas barſchem Tone zu der Alten:Findet ihr's denn gar ſo luſtig auf der Welt?Es ſoll erſt

recht luſtig werden, antwortete ſie mit blinzelnden

Augen;das Gluck bleibt nicht immer aus, und ehr⸗ lich dauert am laͤngſten, und es iſt noch nicht aller Tage Abend, und kurz: ich weiß ſchon, warum ich mich freue...Und ich weiß auch ziemlich, war⸗ um ich mich ärgere, ſagte Georg, und huͤtete ſich wol, eine zweite Frage zu thun. Einſt, am früheſten Morgen, wurde er durch einen Beſuch ſeines Bru⸗ ders, noch mehr aber durch die ganz beſondere Freund⸗

chkeit, mit der dieſer ihn begrußte, uͤberraſcht.