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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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mußten, zu warten, ſagte ſie:Ich ging laͤngs der Stadtmauer ſpazieren, und kam zu des kranken Wachtmeiſters Hauſe; er ſaß vor ſeiner Thuͤr, und nothigte mich, eine Weile auf der Bank neben ihm auszuruhen.Waͤhle ein andres Mal lieber ei⸗ nen andern Spaziergang, und nimm eine gute Freun⸗ din mit, ſprach Anna ſeh ruhig.Das werd' ich thun, antwortete Maria mit ungeheuchelter Be⸗ reitwilligkeit, und in Friede und Freude wurde der angſtvolle Abend beſchloſſen.

Des andern Tages kam Georg viel fruher als Sebaſtian, der nie ausging, ohne daß er vorher den Laden mit eigener Hand zugeſperrt, und dem Laben⸗ diener, wie der Magd, eine Art Hauspredigt ge⸗ halten, in der die Fehler des eben erlebten Tages ſcharf geruͤgt, die Pflichten des kommenden eben ſo ſcharf eingepraͤgt wurden.

Georg ſaß alſo ſchon lange bei den drei Schwe⸗ ſtern, als Sebaſtian eintrat. Die fröhliche Stim⸗ mung, die auf allen Geſichtern leicht zu leſen war, erheiterte ſeine Miene eben nicht; er konnte es nicht begreifen, wie Georg bei den verſchiedenartigſten Men⸗ ſchen ſo leicht einheimiſch wurde durch ſein bloßes Seyn, ohne ſich eben viel darum zu bemühen; und daß es ihm auch hier, bei den ehrbaren Jungfern Nachbarinnen, gelungen war, daruber mußte ſich Sebaſtian wol doppelt verwundern und itgern.

Perin Erzählungen.