Druckschrift 
Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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„198 Jung und Alt ſtüͤrzten aus der Tenne— das halbe Dorf ſtand in Flammen. Georg lief zu einem nahen Brunnen, ſchoͤpfte, trug den gefullten Eimer hin, wo der Brand am ſchrecklichſten wuͤthete, ſetzte eine Lei⸗ ter an, ſtieg hinauf, loͤſchte, ſtieg wieder herunter, lief zuruͤck zum Brunnen, ſchopfte wieder, loſchte wie⸗ der, und hörte in ſeinem Eifer nicht einmal Maria ausrufen:„Wie er laͤuft! Die Leiter iſt morſch, ſie wird unter ihm brechen!— Da iſt er ſchon wie⸗ der!“ u. ſ. w. Sein Beiſpiel wirkte: was Haͤnde hatte, half, auch Sebaſtian, ſo ungern er daran ging; ihn dauerten aber ſehr ſein Sonntagsrock und die weißen Struͤmpfe; ſie waren von den feinſten aus ſeiner Fabrik.

Die Gewalt des Feuers war nun, wie man glaubte, uͤberall gezähmt, was von Haͤuſern zu retten war, gerettet, Menſchen und Vieh unverſehrt. Aber nun drang ein Jammerausruf aus einem kleinen, einzeln ſtehenden Hauſe: es war uͤberſehn worden, und die Flamme ſchlug in breiten Zungen aus den Fenſtern eines obern Zimmers.„Herr Gott!“ rief Georg,„da geht ein Menſch darin zu Grunde!“— „Die alte Liſe wird's ſeyn,“ ſagten die Bauern; ſe gönnt keinem Armen einen Biſſen Brot, darum hat niemand an ſie gedacht. Sie kann ſchon ſeit Jahren nicht mehr gehen, und wer wird ſie jetzt heraus⸗ rragen?“—„Ich und mein Bruder!“ ſagte Georg,

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