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Erzählungen / von Josephine von Perin, geb, Freyin von Vogelsang ; mit einem Kupfer von Ludw. Schnorr und Fr. Rosmäßler
Entstehung
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ihr Auge ruhte unberwandt auf ſeinen männlichen,

von Geiſt und Muth belebten Zuͤgen. Die rein proſaiſche Richtung der Maͤnner aus dem Buͤrgerſtande liegt oft ſchner auf manchem zar⸗ teren Gemuͤth ihrer Toͤchter und Weiber; denn einer echt weiblichen Natur iſt es nicht wohl, wo das Idealiſiren durchaus unmoͤglich wird. Darum wird oft plotzlich ein ganzer Kreis ehrbarer Frauen und Maͤdchen aus dieſem Stande durch eine, vielleicht

auch nicht ganz beſondere, Erſcheinung in große Be⸗ wegung gebracht. Ein mittelmaͤßiger Kuͤnſtler, ein halber Dichter, ein Soldat— darf auch häͤßlich ſeyn, und gefällt; und kommt gat aͤußere Wohlgeſtalt zu dem Abglanz des Hohen, den das weibliche Herz ahnend verehrt: ſo kann es um die Ruhe mancher guten Seele geſchehen ſeyn. Hier indeſſen wurde ₰ nicht ein treues Herz von der rechten Bahn verlockt, ſondern zu ſeinem wahren Ziele hingewieſen.

In einem benachbarten Dorfe feierte das Land⸗ volkden Vollendungstag ſeines Schutzheiligen, und viele Familien aus der Stadt wanderten hinaus, ſich ein Bischen Lebensluſt und Muth von dort zu ho⸗ len. Die drei Schweſtern, von Georg und Seba⸗ ſtian begleitet, machten ſich auch auf den Weg. Als ſie das Dorf, nicht ohne Beſchwerde fuͤr die zwei ſchon alternden Jungfrauen, erreicht hatten, fanden

ſie es beinahe von Menſchen leer, denn ſowol Fremde