192 iſt noch hubſcher, weit huͤbſcher als eine Taube und eine Blume.“— Den beiden aͤlteren Schweſtern traten Thraͤnen in die Augen. Maria blickte geruͤhrt ſie an, nahm Beider Haͤnde, druckte ſie vereinigt an ihre Bruſt, und ſagte„Wenn es euch wirklich gluͤcklich macht, und Gott den rechten Braͤutigam ſchickt, werd' ich nach eurem Willen thun; aber Herr Sebaſtian iſt nicht der Rechte.“—„Aber was haſt du denn an ihm auszuſetzen?“—„Nichts, als daß er mir nicht gefält.“—„Doch warum gefällt er dir nicht? er iſt jung und huͤbſch“—„Huͤbſch 2.. zann ſeyn, fuͤr Andere, aber nicht fuͤr mich.“ Sie dachte einen Augeblick nach.„Seht, es ſteht ihm nichts an, er mag anfangen was er immer will. Das Zärtlichthun will ihm am allerwenigſten gut laſſen; da verdreht er die Augen ſo albern, und ver⸗ zieht den Mund ſo widrig! Glaubt mir, Schweſtern, wenn er mich ſo recht vom Grund der Seele liebte, er wurde auch anders dabei ausſehn; ſo was, denk“ ich, verſchönert den Menſchen ſehr. Er liebt mich nicht; er will mich haben!“—„Was doch dem Madchen nicht Alles durch den Kopf faͤhrt!“ ſprach Anna, halb lachend, halb verdrießlich.—„Je nun,
ſo Allerlei, wofür ich wirklich nichts kann,“ ſagte Maria.„
„Es wird ſich Alles geben,“ meinte E ſcbe als Maria zu Bette gegangen war.„Ich ſas


